SPIRITUELLE STOLPERFALLEN: DAS BÖSE EGO
- Aurora

- 9. Apr.
- 9 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Mai
Bewegen wir uns in den sogenannten spirituellen Gefilden,
so kommen wir nicht daran vorbei schon mal von ihm gehört zu haben:
DAS EGO.
Es lauert einfach überall - allen voran in uns selbst.
Dieser Teil, welcher uns Menschlein offensichtlich allen von Natur aus mitgegeben wurde,
hat nach dortiger Sichtweise verschiedene Arten sich zu zeigen und wird zudem in dieser Szene oftmals als etwas sehr übles verschrieen.
Und während die meisten von ihnen stets darauf hinweisen,
doch bitte mit nichts und niemand in den Widerstand zu gehen,
überall den Einklang und die Harmonie zu wahren,
so sind sie sich meist dennoch darin einig:
Das Ego ist sowas von böse und das jedoch - MUSS weg!
Einmal aufgefallen ist dieser Widerspruch sehr irritierend.
So können wir davon ausgehen,
dass wir sogar unsere Feinde, Peiniger usw. ebenfalls irgendwo in Liebe gewähren lassen, Verständnis für das Gegenüber aufbringen bzw. annehmen sollen, wie es kam und wie sie nunmal sind.
Noch wilder wird es, wenn dann behauptet wird,
dass alles was uns widerfährt, letztlich an uns selbst liegt,
weil wir uns eigentlich spiegeln und wohlmöglich selbiges selbst anziehen.
Doch das Thema greife ich in einem neuen Kapitel auf..
Also geh mit nichts in den Widerstand, lautet die Devise,
während wir einen Teil von uns regelrecht zu bekämpfen haben.
Warum?
Weil wir sonst offenbar nicht liebevoll sind?
Weil wir dann nicht spirituell sind,
nicht gut genug, nicht bewusst zu genüge,
nicht geheilt und innerlich aufgeräumt, das innere Kind noch zu verletzt ist und was nicht noch alles,
offenbar nicht mit uns stimmt,
weil wir nicht in das Konzept passen.
Ein Konzept welches besagt,
dass wenn keine Anpassung erfolgt,
wir sonst nicht aufsteigen können,
niemals frei sein können,
nicht heilen, geliebt werden,
weder noch erfolgreich oder je glücklich werden können.
Ein Konzept welches besagt,
wir sollen ganz wir selbst sein,
frei sein und uns von niemanden eingrenzen lassen.
Wird Dir schon schwindelig?
Mir schon.
Doch wer oder was ist denn eigentlich dieses böse Ego?
Nun bei meiner Reise durch diese Szenen ist mir aufgefallen,
dass viele dieses gleich setzen mit Egoismus.
So predigen einige wie wichtig die Selbstliebe sei,
was ich anbei bemerkt auch sehr begrüße.
Doch auf der anderen Seite werden die Grenzen zwischen dem,
sich selbst zu lieben,
sich zu achten,
sich selbst zu wertschätzen,
gefährlich mit den Grenzen hin zum Egoismus vermischt.
Also meine Definition von Egoismus ist,
wenn sich Menschen zu ihrem eigenen Vorteil an anderen bereichern und
dieses natürlich zu deren Nachteil.
Soll heißen,
klau ich Dir Dein Brötchen,
weil ich Hunger habe und nehme es dabei in kauf,
dass Du aufgrund dessen Hunger erleidest - dann ist das schon sehr egoistisch.
Wahrst Du Deine Grenzen,
pflegst Dich und Dein Leben,
bist Du auf Dein Wohl bedacht,
achtest Dich, wertschätzt Dich und das ohne dabei anderen zu schaden - dann ist dies anhand meiner Definition,
sogar ziemlich weit entfernt von Egoismus.
Selbstfürsorge und Eigenverantwortung sind weitere Begriffe,
welche mir an dieser Stelle noch zusätzlich in den Sinn kommen.
Wenn man davon ausgeht, dass die Rede zum 70sten Geburtstag tatsächlich aus der Feder von Charlie Chaplin stammt,
dann nannte dieser es zunächst “gesunden Egoismus“,
bevor er es Selbstliebe nannte.
Nun, wer mich kennt, weiß um meine Art die Dinge mehrdimensional zu betrachten und ich selbst - und nur von mir darf ich sprechen -
bevorzuge es generell im Einklang mit mir zu leben.
Ich mag es, wenn in mir Harmonie und Balance gewahrt wird,
statt irgendwas zu verdrängen oder wohlmöglich zu bekämpfen und erst recht nicht, weil es einem Wertesystem von jemand anderen entspricht.
So bin ich doch auch letztlich selbst verantwortlich für mich und mein Tun.
Und da ist auch niemand, welcher diese Verantwortung für mich übernimmt.
Kennst Du die Geschichte von dem indianischen Großvater,
welcher mit seinem Enkel am Lagerfeuer sitzt und davon erzählt,
dass in uns zwei Wölfe wohnen,
welche sich im andauernden Streit befinden?
Kurz gesagt:
Es geht dabei um einen schwarzen und weißen Wolf,
der Schwarze steht für Angst, Aggression, Neid, Wut, Ego, Gier usw..
Ich denke Du kannst mir folgen..
Der schwarze Wolf in uns,
wird also als nicht so gut kategorisiert.
Im Gegenteil zu dem weißen Wolf.
Dieser bietet das Pendant zu der dunklen Fellnase.
Somit ist wieder einmal gewährleistet, ein dualistisches Weltbild zu füttern.
Komm ich zurück zum weißen Wolf. Sollte Dir die Geschichte nicht bekannt sein, so ahnst Du bestimmt schon, worauf das Ganze jetzt hinaus läuft..
Genau, der Weiße steht unter anderem für Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und dem Glauben steht.
Der Enkel fragt nach der Definition des Großvaters,
welcher der Wölfe gewinnen wird und der Opa erwidert daraufhin,
dass es der Wolf sein wird den er füttert.
Ergo: Durch die Aufmerksamkeit und den Fokus auf die jeweiligen Eigenschaften und Emotionen in uns,
fördern wir sie dementsprechend und formen so auch unser
Wesen bzw Charakter.
Es sei an der Stelle erwähnt,
dass diese Geschichte überall im Internet vom Inhalt her variiert,
doch Du wirst gleich erkennen können,
worum es mir hierbei geht.
Ich darf schon gestehen, dass auch mir es schwer fällt,
an Eigenschaften wie Missgunst und Hass generell etwas gut zu heißen - dennoch sind auch sie Lehrer oder meinetwegen Einladungen,
mal genauer bei sich hinzuschauen warum wir überhaupt so empfinden.
Und wenn es geht wäre es schön, wenn wir dies in aller Neutralität begutachten, statt uns schuldig oder schlecht zu fühlen.
Das ist auch so ein Ding, was mir stets sauer aufstößt.
Das mit der Schuld ist meines Erachtens nach einer der ältesten und perfidesten Systeme die es gibt.
Meine Güte, wenn man so in die Welt schaut,
was alles möglich ist, wenn wir uns schuldig fühlen..
Ich bin kurz abgeschweift, auch das ist ein eigenes Kapitel wert.
Zurück zum eigentlichen Thema.
Zunächst grob betrachtet, ist dies meines Erachtens
eine wunderbare Geschichte,
welche eben auch das Schwarz/weiß Denken fördert.
Ich nenne es das Lineare-Tunnelblick-Denken..
Und weil ich es genau andersrum bevorzuge, lass uns doch mal die Dinge aus einer anderen Warte aus betrachten.
Die schwarze Schönheit steht also beispielsweise für die Angst in uns..
Was wären wir ohne Angst?
Ja, das mag im ersten Gedanken vielleicht verlockend erscheinen,
doch genauer betrachtet könnte das auch zum Teil,
hin und wieder ziemlich in die Hose gehen.
Angst, wie jede andere unser Emotionen und Empfindungen,
haben meiner Meinung nach wichtige Funktionen,
Sie können schützen, motivieren, halt geben, aufzeigen, heilen, erleichtern..da bin ich morgen noch nicht fertig.
Einigen wir uns darauf,
so oder so, haben unsere Gefühle uns etwas mitzuteilen.
Vielleicht wird uns da beispielsweise gerade durch die Angst ein Signal weitergegeben,
lieber nicht ohne Fallschirm von der Klippe zu springen,
mit Anlauf in eine Kreissäge zu laufen, mit nassen Fingern in der Steckdose herum zu spielen oder in einem Becken gefüllt mit Piranhas schwimmen zu gehen?
Ich meine die Angst möchte vielleicht dafür sensibilisieren,
dass dieses ja eventuell etwas weh tun könnte.
Na gut bei derart Beispielen - wird es vermutlich eher sogar noch um einiges tragischer..
Somit dient doch oftmals die Angst,
indem sie mitteilt,
besser vorsichtig als nachsichtig zu sein.
Und was ist mit Wachstum?
Ich meine, Mut zeichnet sich doch dadurch aus,
wenn wir durch die Angst durchschreiten und diese überwinden.
Also nüchtern betrachtet,
bewegt sich bei Stillstand eben auch nichts und
erst recht lässt sich so kein Bewusstsein erweitern.
Dabei ist doch auch gerade der Akt des mutig seins,
wunderbar hilfreich dabei zu lernen, zu reifen - eben zu wachsen.
Und betrachten wir doch mal den Neid.
Im ersten Eindruck verbinden wir wohl diesen mit einer nicht unbedingt angenehmen Eigenschaft.
Doch, kann der Neid nicht auch Ansporn bedeuten?
Wenn ich also auch gern etwas hätte,
was ein anderer besitzt oder erreicht hat,
kann in dem Fall der Neid,
sprich die Erkenntnis dessen, dass wir es auch haben oder erreichen wollen,
sogar sehr dienlich sein.
Dabei geht es doch nicht in erster Linie darum jemanden irgendwas wegzunehmen oder dergleichen.
Sondern sich motiviert zu fühlen, selbst loszulegen.
Ich kann mich für jemanden freuen und gleichzeitig mir das Selbe wünschen - ich sehe darin kein Problem.
Möglicherweise begibt man sich dann auf den Weg,
um Selbiges zu erreichen und entdeckt dabei eventuell etwas gänzlich Neues, Eigenes, woran man sich dann viel mehr erfreut.
Komm einen nehme ich noch mit rein.
Die liebe Wut.
Irgendwie bekommen wir meist von klein auf schon mit an die Hand gegeben, dass die Wut nicht gerade willkommen ist.
Doch was ist, wenn sie nunmal da ist?
Beim runterschlucken gibt es definitiv irgendwann Bauchschmerzen gratis oben drauf oder im schlimmsten Fall Magengeschwüre.
Es könnte sich jedoch auch so anstauen und irgendwann regelrecht raus platzen und dabei kommt fast nie irgendwas Gutes bei herum.
Wenn wir uns selbst nicht verletzten,
dann lassen wir das Angestaute wohlmöglich an den uns Nahestehenden aus. Das möchte doch keiner.
Wozu hat der Mensch diese Emotion von Natur aus mitgegeben?
Weil wir lernen sollen sie zu verdrängen oder doch vielleicht eher damit umzugehen?
Bereits als Kind ist sie da.
Der Kollege in der Kita klaut Dir den Lolli und übergibt diesen einfach an seine Herzdame.
Ist erstmal voll blöd,
denn irgendwie hatte man ja schon selbst Lust auf seinen Zuckerschock.
Es gibt natürlich verschiedenste Möglichkeiten der Reaktion,
zumal Kinder die ganze Palette an Emotionen erstmal anfangen kennenzulernen.
Vielleicht weinen wir sogar eher,
möglicherweise - bei Kindern nahe liegend - verteilen wir eine Kopfnuss oder es gibt neidlose Anerkennung und Lob an den Kollegen,
dass es ihm überhaupt gelungen ist,
uns das Teil aus der Hand zu reißen.
Doch wir sind ja gerade bei der Wut und ich wollte eigentlich nur aufzeigen, dass Kinder sie schon haben.
Anders als die Großen,
ist es ihnen jedoch noch nicht möglich damit umzugehen.
Und genau das ist der Punkt.
Wir können und dürfen wütend sein,
wir sind es sowieso,
doch die elementare Frage lautet doch: wie gehen wir damit um?
Gehe ich raus in die Welt und schlage wild um mich oder geh ich lieber mit einem Vorschlaghammer auf einen Schrottplatz,
schrei in ein Kissen oder praktiziere Zirkeltraining bis zum Erbrechen?
Manchmal braucht die Wut erstmal ein Ventil,
weil es zu aufwühlend ist.
Dann wenn Meditieren und intensives Atmen eher wie verdrängen wirkt, sollten wir uns einfach mal in irgendeiner Art und Weise richtig austoben.
Dann haben wir eine Basis geschaffen, um uns auf Forschungsreise zu begeben und heraus zu finden, was der Kern des Ganzen ist.
Was ist, wenn Wut als Katalysator dienlich ist?
Selbst meine Tochter realisierte einst, dass die Wut dabei gedient hat,
ihr ganzes Zimmer aufzuräumen und das sich dies im Nachhinein echt gut anfühlte, vor allem war sie danach entspannt und fand heraus,
was sie so wütend machte.
Was ist, wenn Wut uns dabei hilft - über uns hinaus zu wachsen?
Wenn ich zu schüchtern bin meine Grenzen zu wahren,
mich deshalb immer zurück nehme, mich unterbuttern lasse,
mich ausbeuten lasse und mir jeder auf der Nase herum tanzt.
Dann sind wir uns bestimmt einig darin, dass dies nicht gesund ist.
Und so ist irgendwann hoffentlich das Maß mal voll.
Wenn dann also das innere Faß über läuft und die Wut mir dabei hilft mutig zu sein, beginne ich im besten Fall damit für mich einzustehen,
Grenzen zu stecken und mich gerade zu machen.
Die Art und Weise dies zu tun, sei jedem selbst überlassen - da zeigt sich letztlich halt Wesen und Charakter.
Was ist, wenn uns Wut schützt? Klar auch beim letzten Beispiel macht das Sinn. Doch mal angenommen, wir oder jemand in unserem Beisein ist einer extremen und gefährlichen Situation ausgesetzt. Dann drehen wir den Buchstaben “W“ von Wut einfach auf den Kopf
und so wird aus Wut - Mut.
Zurück zum Ego..
Manche gehen sogar soweit und sagen,
das Ego wohnt im Verstand bzw. macht diesen aus.
Zugegeben, einer der besten Zeitpunkte in meinem Leben war,
als ich zur Beobachterin meiner eigenen Gedanken wurde.
Wenn der Freund namens Verstand da oben bei uns im Oberstübchen, konstant Karussell fährt, dann ist das nie wirklich hilfreich.
Im Gegenteil, da kommt irgendwann nur noch Gehirngrütze bei raus.
Das viele und schnelle,
ununterbrochene im Kreis drehen,
erzeugt wohl Hitze..
Und diese scheint dann das Hirn so zu verflüssigen,
das daraufhin nur noch kontra produktive Gedanken heraus kommen.
Doch betrachten wir das Ganze doch mal nüchtern.
Wenn das Ego als Verstand definiert wird und gleichzeitig das Konzept generell darauf abzielt das Ego zu verabschieden - was heißt das dann?
Besser ohne Sinn und Verstand zu sein?
Selbst hier begegnen wir wieder dem Tunnelblick.
Auch meiner bescheidenen Wahrnehmung nach,
ist es sinnvoll nicht nur ausschließlich im Verstand festzusitzen,
dennoch erachte ich ihn als ein sehr nützliches Werkzeug,
welches uns Menschlein da mitgegeben wurde.
Und das sage ich nicht nur als ein sehr intuitiv wahrnehmendes Wesen und weil sogar auch die heutige schulmedizinische Psychologie und die Neurobiologie Intuition als Wahrnehmungsform akzeptieren.
Nein, auch hier bevorzuge ich die Balance,
in dem Fall - salopp gesagt - die zwischen Herz und Hirn.
Herrsch da ein ausgewogenes Verhältnis, läuft es meist rund.
Mal davon ab, dass es mir einfach widerstrebt,
etwas das uns von Natur aus mitgegeben wurde und zudem noch so etwas grandioses wie den menschlichen Verstand,
einfach das Licht auszuknipsen.
Wobei es natürlich fraglich ist,
ob dies in einer Konstanten überhaupt möglich ist.
Definitiv ist es für einen gewissen Zeitrahmen für “Geübte“ kein Thema.
Wir halten also fest..
Das Ego hat viele Gesichter.
Individuell abzuwägen ist nicht von Nöten,
denn ganz gleich in welcher Form und in welcher Art - das Ego ist durchweg böse und das darf bzw. eher MUSS weg.
Doch das Ego ist auch zeitgleich ein perfekter Sündenbock,
denn wie wir in den meisten Spiri-Szenen erleben können,
liegt eigentlich alles was schief läuft,
alles was nicht ins Konzept passt,
nicht nach den Regeln spielt oder schlichtweg nicht erwünscht ist - am Ego.
Also gebietet es doch dem natürlich mitgegebenen logischen Menschenverstand, dass das Ego böse ist.
Ach Moment, der Verstand ist ja das Ego,
dann können wir den an der Stelle wohl kaum dazu befragen.
Oder ist dieser dann doch herzlich willkommen,
solang er befürwortet was das Konzept besagt?
Nein ich stelle nur Fragen,
wenn Du das als zynisch deutest,
dann bist Du wohl noch zu sehr im Ego :)
Achte gut auf Dich und wem Du folgst.
In Liebe Aurora



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